Der Wackeldackel: Vom Kultobjekt zum Auslaufmodell

wackeldackel

Der Wackeldackel wackelt nicht mehr. Oder zumindest immer seltener. Früher war die Sache klar: Auf der Hutablage nickte ein Dackel, am Rückspiegel baumelte ein Duftbaum und irgendwo im Seitenfach lag eine Straßenkarte, die sich nach dem ersten Urlaub nie wieder richtig zusammenfalten ließ.

Heute sieht es im Auto anders aus. Laut einer aktuellen mobile.de-Umfrage haben nur noch rund drei Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer einen Wackeldackel im Wagen. Immerhin: drei Prozent halten tapfer die Stellung. Der kleine König der Hutablage ist also nicht ganz verschwunden, aber eindeutig auf dem Rückzug.

Für alle, die den Wackeldackel nur noch aus Erzählungen kennen: Es handelt sich um eine kleine Dackelfigur, deren Kopf bei jeder Fahrbewegung freundlich nickt. Also ein ausgesprochener »Ja-Sager«

Der Wackeldackel war über Jahrzehnte mehr als nur Deko. Er war rollende Gemütlichkeit, ein bisschen Spießigkeit, ein bisschen Kult und irgendwie auch ein ziemlich treuer Beifahrer. Ob Familienkutsche, Dienstwagen oder Sonntagsausflug: Wer hinten einen Dackel sitzen hatte, fuhr nicht einfach Auto. Er hatte Charakter auf der Hutablage. Und den gab es in ganz Deutschland. Ob Trabi oder Käfer, ob Wartburg oder BMW – auf der Hutablage thronte derselbe Dackel.

Seinen großen zweiten Frühling erlebte der Wackeldackel Ende der 1990er-Jahre durch eine legendäre Tankstellen-Werbung. Danach wollte plötzlich wieder halb Deutschland so einen nickenden Hund im Auto haben. Zumindest gefühlt. Heute reicht es dagegen offenbar nicht einmal mehr für einen Platz neben Powerbank, Ladekabel und Getränkebecher.

Was heute im Auto mitfährt

Verschwunden ist die Lust an der persönlichen Note aber nicht. Fast jeder dritte Befragte verleiht seinem Fahrzeug weiterhin einen individuellen Touch. Nur sieht dieser heute anders aus: Sonnenbrille, Taschenlampe, Decke, Powerbank, Snacks, Getränkehalter oder auch mal ein Plüschtier.

Das Auto ist eben nicht nur Fortbewegungsmittel. Es ist rollendes Wohnzimmer, Urlaubshelfer, Konzertsaal, Snacklager, Stauraum für Dinge, die man »bestimmt irgendwann braucht«, und manchmal auch der Ort, an dem einem bei einem komischen Geräusch einfällt, dass man vor dem Urlaub vielleicht doch noch schnell einen Werkstatttermin vereinbaren hätte sollte. Das Auto bleibt also ein sehr persönlicher Ort. Nur die Mitfahrer haben sich verändert.

Und weil wir bei der LDB Gruppe solche Entwicklungen natürlich sehr ernst nehmen, arbeiten wir bereits an der nächsten großen Innovation für die Hutablage: Carla unsere Häkelpuppe fürs Auto. Freundlich, charmant, aufmerksam und garantiert weniger Ja-Sager als der klassische Wackeldackel.

Ob sie den Dackel wirklich ersetzt? Vermutlich nicht. Aber sie würde zumindest sehr überzeugend so aussehen, als hätte sie alles im Griff.

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