Deutsche haben gerade keinen Spaß am Einkaufen

Deutsche haben gerade keinen Spaß am Einkaufen

Nach Wochen voller schlechter Nachrichten und enormen Herausforderungen für den Autohandel, in denen wegen des Corona-Virus der Autoverkauf in den Showrooms komplett verboten war, darf der stationäre Handel wieder loslegen. Aber haben die Deutschen noch Spaß am Einkaufen?

Viele neue Modelle glänzen in den Ausstellungsräumen und bereits am Tag der Wiedereröffnung kamen die ersten Kunden mit der Absicht, ein neues Auto zu kaufen. Zwar ist die Kaufbereitschaft (laut Umfragen) nach der Ankündigung der Handelsöffnung gestiegen, doch die Interessenten zeigen sich angesichts von Corona verunsichert. Noch hält die Krise so manchen Kaufinteressenten von einem Besuch im Showroom ab. Daher war bei den meisten Autohäusern nur an den ersten geöffneten Tagen viel Betrieb. Danach sind die Besuche zurückgegangen.

Die Bilanz der Autohändler fällt nach den ersten Tagen mit geöffneten Showrooms daher teilweise sehr ernüchternd aus. Die wenigstens hatten damit gerechnet, dass Kunden nach der verordneten Schließung des stationären Handels sofort zum Besuch ins Autohaus kommen. Dass das Interesse an neuen Autos aber so gering zu sein scheint, hat viele Händler dann doch überrascht.

Den Deutschen fehlt in diesen Tagen einfach die Lust zum Shoppen. Das zeigt der Corona-Handelstracker von EY-Parthenon und Innofact. Insgesamt 63 Prozent der aktuell Befragten geben an, dass ihnen das Einkaufen unter den aktuellen Bedingungen keinen Spaß macht. Auch in der zweiten Woche nach dem Ende des Shutdowns kommt bei den Verbrauchern keine Shopping-Stimmung auf. Nur 16 Prozent der Konsumenten haben mehr als einmal in der letzten Woche die Möglichkeit zum Einkaufen in den bisher geschlossenen Geschäften genutzt. 58 Prozent geben an, die Gelegenheit noch gar nicht ergriffen zu haben.

Die Mehrheit der Befragten, die die Öffnung der Geschäfte genutzt haben, hat sich beim Einkaufen unwohl gefühlt und bemängelt das Verhalten der anderen Kunden. Und die Kunden haben fast ausschließlich gezielte Einkäufe getätigt. Bummeln oder »einfach schauen« wollte keiner der Befragten. Produkte, die nicht unmittelbar benötigt werden, werden auch nach der langsamen Öffnung vieler Geschäfte generell deutlich weniger gekauft.

Die Corona-Krise hat die Welt verändert, in der wir leben. Corona hat einen enormen Einfluss auf unseren Alltag genommen. Auch das Konsumverhalten hat sich gewandelt. Diese Entwicklung wird auch künftig noch weitergehen, sagen jetzt Zukunftsforscher.

Wer hätte vor ein paar Monaten gedacht, dass für viele von uns der Besuch im Supermarkt ein Highlight in der Woche wird. Vieles, das für uns selbstverständlich war, war über Nacht nicht mehr möglich. Einkaufen, Friseur, Restaurantbesuche, Kino, Theater oder eben der Besuch im Autohaus. Das kennen wir als Kunden nicht mehr. Für die meisten von uns war alles jederzeit erreichbar, wir waren die ständige Verfügbarkeit an jedem Ort und zu (fast) jeder Zeit gewohnt. Eine enorme Umstellung für die meisten Kunden.

Viele Kunden kauften das erste Mal überhaupt Online ein. Sie bestellten Haarschneidemaschinen oder Lebensmittel im Internet, streamten Filme oder nutzen zum ersten Mal digitale Apps für den Kauf. Einen unfassbaren Boom hat gerade der Onlinehandel erfahren. Auch der Autohandel hat reagiert und neue digitale Lösungen vorgestellt. Corona treibt die Digitalisierung im Autohandel voran. Händler und Kunden lernten den Umgang mit neuen digitalen Mitteln. Sei es in der Kommunikation, im After Sales oder bei der Bezahlung. Das wird auch langfristig Auswirkungen auf unser Konsumverhalten haben, meinen Zukunftsforscher.

Autokauf in Zukunft: Online oder Offline?

Heißt das jetzt für die Zukunft, wir werden nur noch online einkaufen? Vorläufig nicht.

Autokäufer werden in Zukunft ihr Fahrzeug vielleicht per Smartphone auswählen und zur passenden Flatrate ordern. Damit benötigen – und wünschen – sie aber umso mehr einen verlässlichen Ansprechpartner vor Ort, den sie kennen, der die Auslieferung des neuen Fahrzeugs übernimmt und der sie durch die künftigen Serviceleistungen lotst. Der Autohändler hat im Vergleich zu Onlineplattformen, den meisten Herstellern und globalen Internetplayern einen gewaltigen Vorteil: Persönliche und automobile Beratungskompetenz und er kennt seine Kunden wie kein zweiter.

Online und stationär schließen sich nicht gegenseitig aus, ganz im Gegenteil. Der Autohandel muss erkennen, dass der Online-Bereich nicht zwingend eine Konkurrenz darstellt, sondern ihm einen zusätzlichen preiswerten Vertriebskanal eröffnet. Wer die Vorteile beider Welten sinnvoll miteinander verbindet, wird seine Kunden begeistern und auch in Zukunft am Markt bestehen können.

In der Zeit des fehlenden direkten Kontakts zu den Autohäusern haben Online-Kontaktpunkte wie Autoportale, Herstellerwebsites, Händlerwebsites, Bewertungen anderer Kunden im Internet und soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube oder Instagram signifikant an Bedeutung gewonnen. Kundenberater sollten sich spätestens jetzt darauf einstellen, das Kaufinteressenten besser denn je informiert und zielgerichteter ins Autohaus kommen und Antworten auf die Fragen erwarten, die sie im Internet bisher nicht erhalten haben.

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