Digital – aber wie? Warum die Digitalisierung im Autohandel noch nicht richtig zündet

Laut einer aktuellen Studie von BARC und KPMG haben rund zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland weiterhin große Schwierigkeiten, ihre Digitalisierungsprojekte erfolgreich umzusetzen. Vielerorts bleibt die Umsetzung komplex, langwierig – oder scheitert ganz.

Das ist keine Überraschung, aber eine ernste Herausforderung – gerade auch in der Automobilbranche. Denn dort treffen hohe Kundenerwartungen auf oft auf verstaubte Prozesse, interne Unsicherheiten auf externe Anforderungen, Investitionsdruck auf Fachkräftemangel.

Die größten Hürden, die sich in der Studie herauskristallisierten, sind:

Mangel an klarer Strategie:

Viele Unternehmen wissen zwar, dass sie digitalisieren müssen, haben aber keine konkrete Vorstellung wie. Es fehlt an unternehmensweiten Digitalstrategien, was zu fragmentierten Insellösungen führt.

Fachkräftemangel und Know-how-Lücken:

Insbesondere IT-Fachpersonal ist knapp – sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Ohne internes Know-how stocken viele Projekte frühzeitig.

Veraltete Prozesse und Silostrukturen:

Legacy-Systeme und starre Organisationsformen verhindern schnelle Innovation. Besonders im Mittelstand sind viele IT-Landschaften noch nicht cloudfähig oder interoperabel.

Investitionszurückhaltung:

Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit investieren viele Firmen zögerlich in Digitalisierungsprojekte – ausgerechnet dort, wo Effizienzgewinne und neue Geschäftsmodelle locken würden.

Wie den Schalter umlegen?

Autohäuser und Kfz-Betriebe stehen inmitten eines digitalen Wandels, der zwar theoretisch überall diskutiert, praktisch aber zu selten umgesetzt wird. Denn die Realität im Autohausalltag ist meist komplexer, als viele Tech-Anbieter es wahrhaben wollen. Digitalisierung ist eben kein Schalter, den man einfach umlegt – sondern ein tiefgreifender Veränderungsprozess, der nicht nur Systeme, sondern auch Denkweisen betrifft.

Kundenbedürfnisse treffen auf überholte Systeme

Wer heute ein Auto kauft oder einen Werkstatttermin vereinbart, erwartet digitale Bequemlichkeit auf Augenhöhe mit anderen Branchen. Dabei geht es längst nicht nur um Online-Terminvergabe oder Kundenportale. Kunden wollen per Klick kommunizieren, Termine digital buchen oder Serviceinfos direkt aufs Handy – aber in vielen Autohäusern dominieren noch häufig Papier, E-Mail-Ketten und der gute alte Anrufbeantworter.

Es geht um Omnichannelkommunikation, um automatisierte Prozesse, um Daten, die endlich sinnvoll genutzt werden, um den Einsatz von KI – und um Mitarbeiter, die mit dieser neuen Welt klarkommen müssen. Digitalisierung klingt groß, modern, wichtig – ist aber im Alltag oft verdammt schwer zu greifen. Und noch schwerer umzusetzen. Doch es geht. Wenn man es richtig anpackt. Auch ohne Millionenbudget. Auch ohne IT-Abteilung. Aber nicht ohne Strategie.

Kleine Schritte, große Wirkung

Eine Erfolgsgeschichte illustriert, wie viel Potenzial in kleinen Schritten liegt: Ein Autohaus in der Region Hannover stand vor der Frage, wie man den Kommunikationsstau in der Serviceannahme entschärfen könnte – ohne gleich ein ganzes System umzukrempeln. Statt sich in teuren Softwarelösungen zu verlieren, entschied man sich zunächst für die Implementierung eines WhatsApp-Kanals als Erweiterung der bestehenden Telefonie. Zunächst nur für Terminbestätigungen und kurze Rückfragen.

Was passierte? Die Zahl der verpassten Anrufe sank, die Reaktionszeiten verbesserten sich, Rückfragen und wiederholte Anrufe verringerten sich und die Kunden zeigten sich durchweg positiv überrascht. Digitalisierung muss nicht groß anfangen – aber sie muss anfangen. Inzwischen wurde das System weiter ausgebaut und WhatsApp mit einer KI ausgerüstet. So ist das Autohaus auch außerhalb der Geschäftszeiten für Kunden jederzeit erreichbar.

Fehlendes Personal bremst

Doch nicht nur Prozesse bremsen die Entwicklung. Auch der Mangel an qualifiziertem Personal erschwert die digitale Transformation. IT-Kompetenz ist rar, Digitalisierung häufig Chefsache – und das oft neben dem laufenden Tagesgeschäft. Gerade kleinere Betriebe fühlen sich überfordert. Und trotzdem gibt es Wege, die Situation zu entschärfen. Zum Beispiel durch Schulungen, die gezielt ansetzen – nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Oder durch Tools, die intuitive Bedienung ermöglichen und keine langwierigen Implementierungsphasen erfordern. Oft ist nicht das fehlende Know-how das Problem, sondern der fehlende Mut, es einfach zu versuchen.

Mit dem richtigen Partner auf die Überholspur

An dieser Stelle kommt die LDB Gruppe ins Spiel. Als langjähriger Partner des Autohandels wissen wir, wo es im Alltag klemmt – und wie man gezielt unterstützen kann. Unsere Lösungen setzen genau da an, wo der Kundenkontakt entsteht: bei der Kommunikation, im Feedback, in der kanalübergreifenden Vernetzung. Mit modularen Angeboten, die wachsen können – aber nicht müssen. Mit Systemen, die mitdenken – aber keine IT-Spezialisten voraussetzen. Und mit Services, die auf eine Branche zugeschnitten sind, in der Kundenbindung mehr zählt als Clickrate.

Digitalisierung im Autohaus ist keine Frage von Hightech, sondern von Haltung. Wer bereit ist, alte Zöpfe abzuschneiden und Neues zuzulassen, wird merken: Die Reise ist machbar. Und sie lohnt sich – für das Team, für die Kundschaft, für den Betrieb.

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