
Künstliche Intelligenz ist im Autohandel längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr. Voicebots, Chatbots oder automatisierte Kommunikationslösungen sind technisch verfügbar – und werden zunehmend auch im Autohaus diskutiert.
Doch wie weit ist die Branche tatsächlich?
Unsere eigene Befragung unter Autohausverantwortlichen zeigt ein differenziertes Bild: Das Interesse an KI ist vorhanden, gleichzeitig fehlt vielen Betrieben noch der Anreiz, neue Technologien, wie KI-Agenten, einzusetzen.
Hohe Zufriedenheit mit bestehenden Lösungen
Ein erster Blick auf die Ergebnisse zeigt, dass viele Autohäuser mit ihren bestehenden Lösungen für Kundenkommunikation grundsätzlich zufrieden sind. Die durchschnittliche Bewertung der eingesetzten Systeme liegt bei 83 Punkten auf einer Skala von 0 bis 100.
Besonders positiv bewertet werden Stabilität und Zuverlässigkeit der eingesetzten Systeme: 70 Prozent der Befragten beurteilen diesen Aspekt als »sehr gut«, weitere 30 Prozent als »gut«. Auch der praktische Nutzen im Arbeitsalltag wird von mehr als 75 Prozent der Teilnehmer mit »sehr gut« bewertet.
Diese Zufriedenheit erklärt zum Teil, warum neue Technologien nicht automatisch sofort eingeführt werden. Wenn bestehende Systeme zuverlässig funktionieren, entsteht im Alltag vieler Betriebe zunächst kein unmittelbarer Anlass für Veränderungen.
KI ist bekannt – aber oft nur oberflächlich
Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass das Thema KI in den Autohäusern durchaus präsent ist. Im Durchschnitt bewerten die Teilnehmer ihre eigene Kenntnis über KI-Lösungen mit rund 51 Punkten auf der Skala – ein Wert, der auf eine gewisse Bekanntheit, aber noch keine tiefgehende Auseinandersetzung hinweist.
Tatsächlich geben 40 Prozent der Befragten an, KI-Lösungen nur oberflächlich zu kennen, während weitere 30 Prozent zwar darüber informiert sind, sie bisher aber bewusst nicht eingesetzt haben.
Ein Fünftel der Teilnehmer wusste sogar bislang gar nicht, dass entsprechende KI-Funktionen bereits in bestehenden Systemen verfügbar sind. Die Ergebnisse zeigen: KI ist im Gespräch – aber in vielen Betrieben noch kein konkretes Projekt.
Der häufigste Grund gegen KI: kein akuter Handlungsbedarf
Besonders interessant für uns ist die Frage, warum Autohäuser KI bislang nicht einsetzen. Die Antworten zeigen deutlich, dass es meist weniger an Skepsis gegenüber der Technologie liegt als an fehlender Dringlichkeit.
Der häufigste genannte Grund lautet schlicht: »Kein akuter Handlungsdruck.« Dies geben fast 78 Prozent der Befragten an.
Mehr als die Hälfte sagt zudem, dass die aktuell eingesetzten Lösungen ausreichend funktionieren. Rund ein Drittel sieht derzeit noch keinen klaren Mehrwert in neuen KI-Lösungen. Budgetfragen oder fehlende Ressourcen spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle.
Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Viele Autohäuser stehen neuen Technologien grundsätzlich offen gegenüber – sehen aber aktuell keinen zwingenden Anlass, ihre Prozesse grundlegend zu verändern.
Was Autohäuser von KI erwarten
Wenn KI eingesetzt wird, müssen die Lösungen jedoch bestimmte Anforderungen erfüllen. An erster Stelle steht aus Sicht der Betriebe ein klarer Nutzen für Kunden und Mitarbeiter.
Alle befragten Autohäuser nennen eine positive Kundenerfahrung als wichtigste Voraussetzung für den Einsatz einer KI-Lösung. Ebenfalls entscheidend sind eine hohe Zuverlässigkeit, eine einfache Integration in bestehende Abläufe sowie eine spürbare Zeitersparnis im Alltag.
Auch Transparenz und Kontrollmöglichkeiten spielen eine wichtige Rolle. Autohäuser wollen nachvollziehen können, wie automatisierte Systeme arbeiten – und jederzeit eingreifen können.
KI als nächste Evolutionsstufe der Kundenkommunikation
Trotz der noch zögerlichen Einführung zeigt die Befragung, dass sich die Branche bereits mit der nächsten Stufe der Digitalisierung beschäftigt.
Im Durchschnitt halten die Befragten den Einsatz eines KI-basierten Kommunikationsagenten in den kommenden zwölf Monaten für durchaus vorstellbar.
Damit wird deutlich: KI ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein Thema, das in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen dürfte.
KI im Autohaus: Interesse vorhanden – der klare Nutzen entscheidet
Die Ergebnisse zeigen ein typisches Muster technologischer Veränderungen. Neue Technologien setzen sich selten über Nacht durch. Meist geschieht der Wandel schrittweise – dann, wenn der Nutzen im Alltag sichtbar wird und Kunden neue Lösungen zunehmend akzeptieren oder sogar einfordern.
KI im Autohaus befindet sich derzeit genau in dieser Phase. Das Interesse ist vorhanden, das Potenzial ist da. Doch erst wenn Lösungen einen klaren Mehrwert im Alltag liefern und sich nahtlos in bestehende Prozesse integrieren lassen, wird sich ihr Einsatz flächendeckend durchsetzen.
Für uns als Anbieter von KI-Technologien bedeutet das: Nicht die Vision entscheidet, sondern die Praxis.
Und für Autohäuser gilt: Wer sich frühzeitig mit neuen Möglichkeiten beschäftigt, kann die kommenden Veränderungen aktiv gestalten – statt später auf sie reagieren zu müssen.